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© 2019 by Dr. med. Dirk F. Richter

Abteilung für Plastische Chirurgie

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KOMPETENZ

Lymphödem

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Das Lymphödem (das geschwollene Bein, der geschwollene Arm)
 

Was ist ein Lymphödem?

Das Lymphödem ist eine Schwellung, die durch übermäßige Ansammlung von Gewebsflüssigkeit und Zellen (Lymphe) im Gewebe entsteht. Im Normalfall wird die Lymphflüssigkeit über spezielle Lymphgefäße, die in die Lymphknoten münden und anschließend in den Blutkreislauf gelangen, abtransportiert.

Bei Patienten mit einem Lymphödem ist dieser Abtransport gestört, sodass sich die Lymphflüssigkeit nicht in den Lymphbahnen oder Lymphknoten befindet, sondern im umliegenden Gewebe, ähnlich wie ein vollgesaugter Schwamm. Deshalb klagen alle Patienten über eine Schwellung und Drückgefühl (Prall), manchmal aber auch über Schmerzen, reduzierte Beweglichkeit und Probleme bei der Körperhygiene.

Formen, Stadien und Diagnose

Formen

Es existieren zwei Formen des Lymphödems: Das Primäre und das Sekundäre.

 

Sekundäres Lymphödem, Stadium 2

Das primäre Lymphödem ist die seltenere Variante (30% der Patienten). In diesem Fall werden die Patienten mit reduzierten oder defekten Lymphgefäßen geboren. Die ersten Symptome erscheinen in der Regel in der Pubertät, Schwangerschaft oder nach einem Infekt wie z.B. einem Insektenstich oder eine Verletzung an der Extremität. Meistens sind es weibliche Patienten (80%) und die untere Extremität ist das bevorzugte Körperteil. Eine eindeutige genetische Veranlagung ist nicht nachgewiesen, jedoch zeigt sich in einigen Fällen eine familiäre Vorbelastung bei gründlicher Nachforschung der Familienanamnese.

Beim häufiger auftretenden sekundären Lymphödem (70% der Patienten) ist die Verletzung der Lymphgefäße erworben. Häufige Ursachen sind in entwickelten Ländern die Behandlung von Tumorerkrankungen, speziell Lymphknotenentfernungen und Bestrahlungen bei Brust- oder Unterleibskrebs. In Entwicklungsländern sind es meistens Wurminfektionen (Filariasis), Traumata oder Vergiftungen (Schlangengift oder schädliche Mineralien). Sekundäre Lymphödeme treten am häufigsten in den Armen auf gefolgt von den Beinen und die selteneren Varianten wie Kopf- oder Genitallymphödem. Eine genetische Veranlagung besteht nicht.

 

Stadien

0: Keine sichtbare oder tastbare Schwellung (latent).

1: Sichtbare und tastbare Schwellung, weich, eine Delle entsteht durch Eindrücken mit dem Finger, kann durch Hochlagern komplett verschwinden (reversibel).

2: Sichtbare und tastbare Schwellung, hart, eine Delle kann nicht eingedrückt werden (das Gewebe ist sehr prall), nur durch Kompression oder Lymphdrainage reversibel. Hochlagern allein reicht nicht mehr.

3: Massive Schwellung, stark verhärtetes Gewebe mit Hautveränderungen (Elephantissis). Nur durch eine komplexe Kompressions- und Lymphdrainagentherapie in Kombination mit chirurgischen Maßnahmen einigermaßen kontrollierbar. Starke Beeinträchtigung der Beweglichkeit der betroffenen Extremität.

 

Diagnose

Durch eine ausführliche Eigen- und Familienanamnese des Patienten in Kombination mit der klinischen Untersuchung (Umfangmessungen) und Hilfsmodalitäten wie z.B. die funktionelle Lymphsintigraphie, MR-Lymphangiographie, funktionelle Infrarotlymphographie und Duplexsonographie der Venen wird die Diagnose gestellt. Auch sollte ein Lipödem ausgeschlossen werden, da es sich ebenfalls als ein geschwollenes Bein oder Arm präsentiert (siehe Lipödem und weitere Infos unten)

 

Operative Therapie

Die Therapie des Lymphödems besteht aus einem konservativen und/oder einem chirurgischen Teil.

Die konservative Therapie ist eine symptomatische und keine kausale (ursächliche) Therapie, deshalb muss diese regelmäßig und ein Leben lang durchgeführt werden. Sie beinhaltet unter dem allgemeinen Begriff „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)“ die folgenden vier Behandlungssäulen: Die manuelle Lymphdrainage (MLD), die Kompressionstherapie, die Bewegungstherapie sowie die Hautpflege. Die meisten Patienten klagen über den hohen Zeitaufwand und die körperliche, psychische und materielle Belastung durch die konservative Therapie.

Für lange Zeit war die chirurgische Therapieuneffektiv, ästhetisch unansprechend und durch mäßigen Erfolg überschattet. Im Laufe der Jahre und Entwicklung der Chirurgie zeigten sich neue Möglichkeiten, speziell hinsichtlich der Mikrochirurgie, so erlebt in den letzten Jahren die lymphatische Chirurgie eine Wiederauferstehung mit durchaus sehr positiven Ergebnissen, insbesondere im Bereich der mikrovaskulären Lymphknoten-transplantation.

 

Einige chirurgische Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung:

1.    Die mikrovaskuläre freie Lymphknotentransplantation.

2.    Die mikrovaskuläre Lymphbahnentransplantation.

3.    Die Lymphovenösen Anastomosen.

4.    Die Liposuktion.

5.    Gewebereduktionen oder Exzisionen.

 

Die chirurgische Therapie zeigt die besten Ergebnisse im Stadium 1 und 2.

 

Das Wesselinger Therapiekonzept

Unser Anspruch ist die bestmögliche Therapie dem Patienten anzubieten. So besteht unser Therapieplan nicht nur aus dem chirurgischen Teil, sondern einem Gesamtpaket.

Im Mittelpunkt steht der Patient. Die Therapie wird dann abhängig vom Beschwerdebild maßgeschneidert. Abb. 1

 

 

Im ersten Beratungsgespräch in unserer Klinik stellen wir fest, ob beim Patienten alle konservativen therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft wurden, erst dann planen wir den chirurgischen Eingriff.

 

 

Was sollten Sie zur Erstberatung mitbringen?

 

  • ·         Überweisung vom Lymphologen oder Hausarzt

  • ·         Unterlagen (Arztbriefe, Voruntersuchungen)

  • ·         Aktuelle Lymphsintigraphie oder MR-Lymphangiographie des betroffenen Körperteils

  • ·         Ideal wäre, wenn Sie Ihre Fragen vor dem Gespräch notieren (im Beratungsgespräch vergisst man öfter einige unklare

                Punkte und ärgert sich danach!)