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© 2019 by Dr. med. Dirk F. Richter

Abteilung für Plastische Chirurgie

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Brustrekonstruktion

Sie möchten sich über die plastisch-chirurgischen Methoden des Brustwiederaufbaus (Brustrekonstruktion) nach Brustabnahme infolge von Krebserkrankung in unserem Haus informieren. Sicherlich haben Sie eine Reihe von Fragen zur Operation. In dieser Übersicht werden Ihnen die Brustwiederaufbauverfahren in groben Zügen erläutert. Darüber hinaus erfahren Sie, was vor und nach der Operation zu beachten ist. Wir bieten sämtliche Rekonstruktionsverfahren mit Eigengewebe (DIEP-Lappenplastik/Eigenfett) oder Implantaten als Sofortrekonstruktion oder Rekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt an. 

Bitte bedenken Sie, dass diese Informationen nur sehr allgemein gehalten sein und damit als erste Information zur individuellen Behandlung dienen kann. Die eingehende Beratung durch einen unserer Ärzte  kann und soll sie selbstverständlich nicht ersetzen.

 

Die typischen Probleme – und ihre Lösung

Wenn die Diagnose Brustkrebs eine chirurgische Entfernung der Brust erfordert, gefolgt von je nach Art des Tumors, Bestrahlungstherapie und/oder Chemotherapie, ist es dennoch möglich, diese starke Veränderung des Körpers durch plastisch-chirurgische Wiederaufbaumaßnahmen weitgehend auszugleichen.
Um die „alte Optik“ und das eigene Selbstwertgefühl wieder zu erlangen, ist es für viele Patientinnen wichtig, sich die entfernte Brust wieder aufbauen zu lassen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten; jede Methode hat ihre Vorteile, leider aber auch Nachteile und ist vor allem von der körperlichen Situation der Patientin abhängig.
Das Therapieziel der Brustwiederherstellung ist der Ersatz der entfernten Brust bzw. der Brustanteile. Dabei wird auf die Herstellung der Symmetrie besonders geachtet. Bei vielen Patientinnen wird auch die Angleichung der zweiten Brust durch Verkleinerung oder Hebung angestrebt.

Kleine, früh erkannte Brusttumoren bieten die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiederaufbau der Brust. Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung können ebenfalls von einer Rekonstruktion profitieren. Die Entscheidung für den operativen Brustwiederaufbau sollte man jedoch nicht allein, sondern gemeinsam mit uns treffen. Oft sind hierfür mehrere Gespräche notwendig.

 

Sofort nach der Brustentfernung oder später: Wann sollte der Brustwiederaufbau durchgeführt werden?

Art und Abfolge der Therapiemaßnahmen beeinflussen den Zeitpunkt der Operation. Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Abnahme der Brust die Therapie der Brustkrebserkrankung abgeschlossen werden kann, ist ein sofortiger Wiederaufbau möglich. Ist jedoch eine Nachbestrahlung geplant, sollte bis zum Abschluss der Bestrahlung und darüber hinaus einige Wochen zugewartet werden, um das Ergebnis der Rekonstruktion durch die Strahlentherapie nicht zu gefährden, oder der Aufbau oder die Expanderfüllung vor der Strahlentherapie ganz abgeschlossen sein.

Mit dem Brustwiederaufbau kann somit direkt im Anschluss an die Brustentfernung begonnen werden, in der Regel noch in der gleichen Narkose. Der Brustwiederaufbau kann aber auch später, , mehrere Monate oder sogar Jahre nach der Brustentfernung durchgeführt werden. Die späte Rekonstruktion wird meist 6 Monate nach vollständigem Abschluss der Chemo und/ oder Strahlentherapie empfohlen. Bis dahin hat sich das Gewebe erholt und auch die Schultergürtel-, Brust- und Bauchmuskeln können durch körperliches Training gestärkt werden.

Für eine spätere Brustrekonstruktion sind auch Frauen mit einer länger zurückliegenden Brustentfernung geeignet, bei denen zum Zeitpunkt des Eingriffs noch keine modernen Wiederherstellungsverfahren der Brust zur Verfügung standen.

Sowohl die sofortigen wie auch die späteren Brustwiederaufbauverfahren weisen vergleichbare Risiken auf.

 

Was kann durch den Brustwiederaufbau geändert werden?

 

Die Hauptaufgabe der plastischen rekonstruktiven Chirurgie besteht im Wiederaufbau einer vollständig oder teilweise entfernten Brust. Niemals wird jedoch das Ergebnis der wieder aufgebauten Seite genau gleich aussehen wie das der gesunden. Vor allem unterscheidet sich die rekonstruierte Seite durch eine meistens quer verlaufende Narbe, die als Operationszugang für die Entfernung der Brust diente. Wurde zum Brustwiederaufbau körpereigenes Gewebe verwendet, kommen eventuell weitere Narben hinzu.

Bei Implantaten ist mit keiner weiteren Narbe zu rechnen, hier kann jedoch eine Verhärtung infolge von bindegewebiger Kapselbildung um das Implantat herum oder das (subjektiv unterschiedliche) Fremdkörpergefühl das operative Ergebnis beeinträchtigen.

Des Weiteren gelingt es selten, die Form und die Größe der gesunden Brust nachzuahmen, was eine Anpassung der gesunden Seite erforderlich macht. Dies umso mehr, da die gesunde Brust oft größer bleibt und erschlafft ist. Durch die Anpassung der gesunden Brust (Straffung und ggf. Verkleinerung) kann ein gutes und ansehnliches Ergebnis erzielt werden.

Sie sehen bei jeder Methode des Wiederaufbaus immer, dass an Ihrer Brust operiert wurde, haben aber selbstverständlich wieder das gute Gefühl „vollständig“ zu sein und können Ihre gewohnte Kleidung tragen.

Welche Risiken hat der operative Brustwiederaufbau?

 

Nach der Operation werden Sie einige Tage lang Schmerzen und ein Spannungsgefühl (durch die Gewebsschwellung) im Wundbereich haben – Sie bekommen selbstverständlich ein wirksames Schmerzmittel. Auch Blutergüsse können auftreten, die sich entweder selbst zurückbilden, oder, falls in seltenen Fällen stärker ausgeprägt, mit einer Spritze abgesaugt werden müssen.

Selten sind Wundheilungsstörungen infolge von Entzündung der Haut und/oder Unterhaut, die zu einer späteren Verbreiterung der Narben führen können. Meist spielen diesbezüglich jedoch Risikofaktoren eine Rolle, die im Gespräch vor der Operation ausführlich besprochen werden, wie z. B. Zuckerkrankheit, Rauchen oder Blutgerinnungsstörungen. Verzögerte Wundheilung beeinträchtigt in der Regel die neue Brustform nicht. Eine eventuelle Narbenverbreiterung kann später durch eine kleine Korrektur ausgeglichen werden.

In der ersten Zeit nach der Operation sind die Narben noch gerötet und dadurch sehr auffällig. Dies kann mehrere Monate lang anhalten. Im Lauf von ein bis zwei Jahren verblassen die Narben dann allmählich. Alle Operationen hinterlassen jedoch bleibende, mehr oder weniger sichtbare Narben.

Bei Frauen mit Neigung zur überschießender Narbenbildung oder sog. Keloiden (schmerzhaft juckende, gerötete, schnell wachsende Wülste im Narbenbereich) kann eine Nachbehandlung mit Druckverbänden, Kortikosteroidinjektionen und Massagen mit einer Narbensalbe erforderlich werden.

Der Verlust von Teilen der Rücken- oder Bauchmuskulatur, die zur Wiederherstellungsoperation mit Eigengewebe gebraucht werden, kann manche Bewegungsabläufe beeinträchtigen sowie die Körperkontur im Entnahmegebiet leicht verändern.

Eine Gefährdung durch die Operation selbst hinsichtlich des Wiederauftretens des Tumors ist nach heutigem Kenntnisstand der medizinischen Wissenschaft nicht gegeben.

Vor der Operation

 

Vor jeder Operation steht die umfassende Aufklärung durch den behandelnden Arzt. Je klarer Sie sich über Ihre Entscheidung für die Operation sind, desto besser kann die/der behandelnde Ärztin/ Arzt auf Sie eingehen und Ihnen die plastisch-chirurgischen Möglichkeiten für Ihr individuelles Problem aufzeigen. Es kann hilfreich sein, sich einige Fragen vorher zu notieren. Scheuen Sie sich nicht, alles zu fragen, was Sie interessiert. Fragen Sie auch, gegebenenfalls telefonisch, zu einem späteren Zeitpunkt oder bei einem weiteren Vorbesprechungstermin nach, wenn noch Unklarheiten bestehen.

Abhängig von Ihrem Alter und dem gesundheitlichen Zustand kann es sein, dass wir vor der Operation weitere Untersuchungen durchführen oder veranlassen muss. Je nach Befund kann auch eine Mammographie in der betroffenen (Restgewebe) bzw. der gesunden Brust notwendig sein.

Vor einem planbaren operativen Eingriff sollten Sie in möglichst guter gesamtgesundheitlicher Verfassung sein. Während der Tage unmittelbar vor der Operation und etwa zwei bis vier Wochen danach sollten Sie sich möglichst von allen beruflichen und privaten Pflichten befreien. Bitte schränken Sie auch den Alkohol und Nikotinkonsum auf ein Minimum ein. Rauchen verschlechtert nachweislich die Durchblutung des operierten Gebietes. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, das Rauchen mindestens zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Operation zu vermeiden. Die Einnahme von Aspirin oder anderen acetylsalizylsäurehaltigen Medikamenten kann das Blutungsrisiko erhöhen. Deshalb sollten Sie 10 Tage vor der Operation damit aufhören.

Es ist ratsam, sich auch in den Tagen unmittelbar vor der Operation nicht allzu viel vorzunehmen, um diese seelisch und körperlich ausgeruht angehen zu können. Falls Sie in der Zeit vor der Operation noch Fragen und Zweifel haben, rufen Sie bitte Ihren Operateur an.

 

Wie lange ist der Klinikaufenthalt?

In der Regel werden Sie für acht bis zehn Tage in eine Klinik aufgenommen. Wurde ein Implantat eingesetzt, ist eine Entlassung bereits früher möglich. In manchen Fällen können einzelne Operationsschritte (Rekonstruktion der Brustwarze) auch ambulant durchgeführt werden, wobei Sie zwar eine postoperative Ruhephase einhalten, dann aber nach Hause dürfen. Keinesfalls sollten Sie jedoch in diesem Fall selbst Auto fahren.

Bei Lappenplastiken und mikrochirurgischen Eingriffen kann es ratsam sein, vor der Operation meist zwischen ein und drei Eigenblutkonserven zu spenden. Eine eventuelle Bluttransfusion bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist jedoch heutzutage so risikoarm, dass Bedenken hier kaum bestehen sollten.

 

Welche Narkose wird angewandt?

Die Operationen zum Brustwiederaufbau werden in Vollnarkose vorgenommen, sodass Sie während der gesamten Operation schlafen. Dafür werden Sie vor der Operation von einem Narkosearzt (Anästhesisten) untersucht, um Ihre Narkosefähigkeit zu klären. Der Anästhesist ist während der gesamten Operation anwesend und steuert die Narkose. Nach der Operation werden Sie in einem Aufwachraum vom Narkoseteam intensiv betreut, bis Sie vollends aufgewacht sind. Bei mikrochirurgischen Eigengewebsrekonstruktionen bleiben Sie eine Nacht auf unserer Wachstation, um die Durchblutung des verpflanzten Gewebes engmaschig zu kontrollieren.

Bei einfacheren Operationsschritten (Rekonstruktion der Brustwarze) steht im Einzelfall als Alternative zur Vollnarkose die Lokalanästhesie (Einspritzen von örtlichem Betäubungsmittel) zur Verfügung. Bei der örtlichen Betäubung erhalten Sie zusätzlich ein Beruhigungsmittel (entweder als Tablette oder als intravenöse Injektion in die Armvene), das Sie in eine Art Dämmerschlaf versetzt. Sie sind somit wach, aber entspannt und schmerzunempfindlich. Hierbei kann es jedoch sein, dass Sie während der Operation ein Ziehen oder Ähnliches spüren.

Brustwiederaufbau mit Eigengewebe

hat die Zielsetzung, nicht nur das bestehende Hautdefizit auszugleichen, sondern durch Wiederherstellung der Brustkontur auch eine nahezu vollständige Symmetrie zur Gegenseite zu erreichen. Verschiedene operative Methoden stehen zur Auswahl: Als „Gewebespender” kommen dabei der Rücken (Latissimusdorsi-Lappen) oder der Unterbauch (DIEP-Lappen, TRAM-Lappen) in Frage, vorausgesetzt, es gibt dort einen Hautüberschuss. Damit die Durchblutung erhalten bleibt, müssen die Gefäße des entnommenen Haut- und Fettgewebes an der Einsatzstelle an andere Gefäße meist unter dem Mikroskop angeschlossen werden.

Der Brustwiederaufbau mit Eigengewebe nach Amputation der Brust bei Brustkrebs ist heute “Goldstandard” bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe.

Der Brustaufbau mit Eigengewebe kann nicht nur das bestehende Hautdefizit auszugleichen, sondern durch Wiederherstellung der Brustkontur eine Symmetrie zur Gegenseite zu erzielen. Dadurch erhalten die betroffenen Patientinnen wieder ein Decolleté und können auf unzureichende Hilfsmittel wie Brustepithesen verzichten. Dies führt zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität.

Die von uns propagierte DIEP-Technik benutzt hierzu Haut und Fettgewebe vom Unterbauch.  Bei dieser Technik der Rekonstruktion wird der darunter liegende Muskel belassen, wodurch die Beschwerden nach der Operation minimiert werden. Ein schmaler Hautschnitt wird im Unterbauch ähnlich einer Bauchdeckenstraffung durchgeführt. Unter Lupenvergrößerung wird nur das gewünschte Haut- und Fettgewebe mit dessen versorgenden Gefäßen entnommen. Anschließend verbindet man die Blutgefäße unter dem Mikroskop mit denen der Brustwand. Das verpflanzte Gewebe wird abschließend zur neuen Brust geformt.

Durch diese spezielle Technik bleibt der Bauchmuskel erhalten, wodurch eine Schwächung der Bauchdecke vermieden werden kann. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber der TRAM-Technik (Bauchhautlappen mit Muskelentnahme) dar.

Die DIEP-Technik genießt in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf, da der Unterbauch aus mehreren Gründen die ideale Spenderregion für die Brustwiederherstellung mit Eigengewebe ist. Er liefert meist ausreichend Gewebe, um eine oder sogar beide Brüste zu rekonstruieren und ist dem Tastgefühl des normalen Brustgewebes sehr ähnlich. Die Entnahmestelle wird durch eine Straffung der Oberbauchhaut geschlossen. So wird zusätzlich die Bauchkontur verbessert. Die Narbe lässt sich in der Kleidung meist gut verbergen. Die DIEP-Technik schafft üblicherweise eine sehr ansprechende Brustform und meist eine langfristige Symmetrie, die den Alterungsprozess in der Regel überdauert.

Wie bei jedem operativen Eingriff sind auch bei Einhaltung allergrößter Sorgfalt Komplikationen möglich. Exemplarisch seien hier die Möglichkeit einer Blutung bzw. Nachblutung genannt, des weiteren Durchblutungs, – Wundheilungs – und Sensibilitätsstörungen mit teilweisem oder komplettem Verlust des Lappens, Asymmetrien, Farbveränderungen der Haut im operierten Bereich, Flüssigkeitsansammlungen im Wundbereich (Serome), die Notwendigkeit von Korrekturoperationen oder Angleichungen der Gegenseite, Thrombose, Embolie und störende Narben. Die Thrombose – und Emboliegefahr Gefahr wird durch eine frühe Mobilisation nach der Operation sowie die Gabe von Heparin minimiert.

Vor der Operation sollten Sie in guter gesundheitlicher Verfassung sein. Reduzieren Sie vor und nach der Operation Ihren Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum. Darüber hinaus sollten Sie zwei Wochen vor der OP keine Medikamente nehmen, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Aspirin). Die Tumornachsorge sollte vor dem Eingriff aktualisiert sein. Eine Eigenblutspende ist nicht zwingend erforderlich. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 10 – 12 Tage.

 

Termine für die Brustsprechstunde können über folgende Telefonnummern vereinbart werden:

 

Wesseling:         02236 / 77-594