Plastische Wesseling

Richter neuer Präsident der „ISAPS“: „Auf dem Höhepunkt meiner Karriere“

WESSELING – Stolz steht er vor der Glastüre zu seinen Abteilung, der plastischen Chirurgie am Wesselinger Krankenhaus. Seit 18 Jahren ist Dr. Dirk Richter hier Chefarzt, und mit der Ernennung zum Präsidenten des Weltverbandes der plastischen Chirurgen, der „International Society for Aesthetic Plastic Surgery“, abgekürzt „ISAPS“, habe er nun den Höhepunkt seiner Karriere erreicht, sagt der 54-Jährige.

Foto: Montserrat Manke

Was er einer Frau als ultimativen Schönheitstipp geben würde, will ich von ihm wissen. Dr. Dirk Richter lächelt charmant, seine blauen Augen blitzen schalkhaft, dann sagt er: „Einen guten Chirurgen“.

Nun denn, gesetzt den Fall ich würde etwas an mir machen lassen wollen – und das tun heutzutage immer mehr Frauen – mein Weg wäre nicht weit, schließlich sitzt mir einer der allerbesten gleich gegenüber.

In Miami beim bislang größten Kongress mit 3000 teilnehmenden Chirurgen wurde Richter ins Amt berufen, das Foto zeigt den neuen Präsidenten mit der Medaille.

Foto:

Pressestelle Dreifaltigkeits-krankenhaus

Denn seit Anfang November ist der 54-Jährige Chefarzt der Plastischen Chirurgie des Wesselinger Dreifaltigkeits-Krankenhauses Präsident des Weltverbandes der plastischen Chirurgen, der „International Society for Aesthetic Plastic Surgery“, abgekürzt „ISAPS“.

Höher geht es nicht mehr und das stellt auch Richter ganz pragmatisch fest: „Ich bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere angelangt“. Und ja, er platze vor Stolz, das gibt er gerne zu.

Aber nicht nur er kann stolz sein, ganz Wesseling kann das, denn durch die Berufung des Mediziners auf diesen Posten wird unser Krankenhaus und damit auch Wesseling auf der ganzen Welt ein Stückchen bekannter.

3000 plastische Chirurgen aus fast 100 Ländern waren im November beim bislang größten Weltkongress in Miami (USA) dabei und applaudierten Richter, der für zwei Jahre ins Amt berufen wurde, denn gewählt werden kann man nicht für diese würdevolle Aufgabe.

Die Wahl fiel nicht umsonst auf die Koryphäe Richter, denn neben seinen wegweisenden Forschungen zu Lipödemen (einer atypischen Fetthäufung an den seitlichen Hüften und Oberschenkeln, die weltweit etwa 6 Prozent aller Frauen betrifft) hat Dr. Dirk Richter mittlerweile sechs Bücher verfasst, die allesamt zu den Standardwerken seiner Zunft gehören.

Durch den neuen Posten würde seine Arbeit in Wesselinger aber nicht beeinträchtigt, sagt der Arzt: Rund 2000 Operationen führen Richter und sein Team, bestehend aus neun Ärzten, jährlich am Standort durch, davon alleine 700 Eingriffe im Gesichts- sowie Lidbereich.

In seinem Präsidenten-Büro in Hanover, New Hamshire, USA, wird man Dr. Richter auch nicht sehr oft antreffen: „Vielleicht vier mal im Jahr“, überlegt er beim Gespräch mit der hiesigen Lokalpresse im Konferenzraum des Krankenhauses.

Der neue Präsident der ISAPS will seine Berufung dazu nutzen, seine Methoden und die von ausgesuchten Kollegen weltweit zur Verfügung zu stellen. Schon vor sechs Jahren hatte Richter die „SOS“ (Secondary Optimizing Surgery) Symposien ins Leben gerufen, bei denen – auf gut deutsch geschrieben – verpfuschte Operationen vor laufender Kamera wieder korrigiert werden. Das alles wird per Live-Stream in Konferenzsäle übertragen und so lernt das internationale Fachpublikum von den besten der besten.Geplant sind in Zukunft monatliche „Webinare“, zu denen sich Chirurgen weltweit über das Internet zuschalten können, einen gewissen Obolus entrichten und dabei sind, während die Kamera, die „so scharf ist, dass man schon fast die Blutzellen sehen kann“ (Richter), alles ins Netz überträgt.

Somit könnten auch Kollegen teilhaben, die nicht die finanziellen Mittel hätten, um zu den Symposien sowie Kongressen zu reisen, sagt Richter, der ergänzt, dass man mit den Webinaren aber auch politische Probleme umgehe: „In Miami zum Beispiel durften Kollegen aus dem Iran und Russland nicht ins Land einreisen. Wenn wir übers Netz übertragen, sind die auch dabei“.

Dazu komme, dass Mediziner, deren Einkommen unterhalb der von der WHO festgelegten Mindestgrenze liege, kostenlos an den Webinaren teilnehmen dürfen.

Hocherfreut über die Berufung ihres Chefarztes ist natürlich auch die kaufmännische Direktorin des Dreifaltigkeits-Krankenhauses: „Unsere Ärzte sind auf vielen internationalen Kongressen als Ratgeber und Referenten gefragt, sie geben ihr Wissen an Kollegen in aller Welt weiter“, so Alexandra Krause.

Quelle: Werbekurier 13.12.2018

Zurück   |   Nach oben