Plastische Wesseling

Hunderte Anfragen an Klinik im Rheinland

Pfusch-Busen!
SO WIRD IHNEN GEHOLFEN

Von CHARLOTTE SCHARF – BILD
Köln – Der Pfusch mit den Silikonimplantaten. Auch viele Frauen mit Kunstbusen im Rheinland sind völlig verunsichert.

Die Firma PIP produzierte auch verseuchte Implantate für die Firma Rofil

„Wir kriegen täglich hunderte Anrufe und Emails“, erklärt Dr. Dirk Richter, Chefarzt der Plastischen Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling. „Wir mussten sogar eine 400 Euro-Aushilfe einstellen, um den Ansturm zu bewältigen.“Pfusch-Busen! So wird Ihnen geholfen

Bereits sechs Frauen wurden verseuchte Implantate entfernt. Und der Terminplan ist bis Mai voll!
Wurden denn auch am Dreifaltigkeits-Krankenhaus Gift-Busen eingepflanzt?
„Bis 1999 haben wir Implantate der Firma PIP bezogen und bis Anfang 2001 verwendet, bis 250 Brust-OPs pro Jahr“, erklärt Dr. Richter. „Verseucht waren die Silikonkissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht.“
Als PIP den Preis von 300 auf 200 Euro pro Stück senkte, befürchtete die Klinik bereits Qualitätsmängel und stieg auf einen anderen Hersteller um. Dr. Richter: „Die haben aggressiv mit dem Preis geworben, das hatte ich zuvor noch nie erlebt.“
Aber was sollen betroffene Frauen tun?
Dr. Richter: „Sie sollten sofort einen Facharzt aufsuchen. Eigenes Abtasten reicht nicht, es muss mit Ultraschall und Kernspinn untersucht werden.“
Und welche Kosten drohen?
Dr. Richter: „Wenn Frauen aus medizinischen Gründen Silikonkissen tragen, zahlt die Krankenkasse Eingriff und neue Implantate, insgesamt circa 5000 Euro.
War es eine Brust-OP aus kosmetischen Gründen, wird die Hälfte des Eingriffs übernommen, aber nicht die neuen Kissen für rund 1000 Euro.“

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