Plastische Wesseling

Fragen und Antworten

Wegen der Vielzahl von Anfragen haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, lassen Sie es uns wissen.

Beschreibung: http://brigitte.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/1014192;1000173,1113666,,?d=2202527&r=http%3A//www.brigitte.de/beauty/haut/brustimplantate-1113666/

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1. Was ist mit den betroffenen PIP / ROFIL Implantaten los?

In Brustimplantaten des französischen Herstellers Poly Implants Prothèses (PIP) und Rofil Medical ist in krimineller Art und Weise minderwertiges Industriesilikon verwendet worden, die Implantate können deshalb schneller reißen und Entzündungen verursachen.

2. Welche Implantate sind betroffen?

Es handelt sich um Brustimplantate der Firma PIP, die seit dem Jahre 2001 implantiert worden sind. Des Weiteren wurden diese Implantate unter anderem Namen M-Implantat (Rofil) durch die Firma Rofil Medical in den Niederlanden und in Deutschland durch die Firma Rofil Medro vertrieben. Bei den Rofil Implantaten handelt es sich um die Typenbezeichnung  IMGHC-TX, IMGHC-MX und IMGHC-LS). Mittlerweile erhärtet sich der Verdacht, dass auch PIP und ROFIL Implantate, die vor 2001 hergestellt wurden zu frühzeitiger Rissbildung neigen.

Daher bitten wir Patientinnen, die vor 2001 in unserer Abteilung unter der damaligen Leitung von Prof. Olivari oder Dr. Eder operiert worden sind und Brustimplantate erhalten haben,  sich bitte bei uns zu melden, um zu überprüfen, ob bei ihnen Implantate der Firmen PIP / ROFIL eingesetzt wurden.

3. Wie finde ich heraus, welche Implantate ich habe?

In der Regel haben Sie nach einer derartigen Operation einen Implantat Pass erhalten, der Auskunft gibt über das Implantat, dessen Größe und dessen Chargennummer. Auch der Operateur sollte verzeichnet sein, sowie das Datum der Implantation. Sollten Sie einen derartigen Ausweis nicht haben, so empfehlen wir Ihnen sich an Ihren damaligen Operateur zu wenden. Er kann dies dann an Hand seiner Unterlagen herausfinden.

3. Wie hoch ist das Risiko, dass die Hülle reißt und Silikon auslaufen kann?

Aktuelle Studien der französischen Behörden gehen von einem Risiko bis zu 11,1 % bei den französischen Implantaten PIP und Rofil aus. Bei herkömmlichen Implantaten liegt diese Quote bei etwa 1 %. Auch die Haltbarkeit der Implantate erscheint nach deren Erkenntnis deutlich geringer als üblich zu sein.

4. Was verursacht austretendes Silikon?

Durch Risse in der äußeren Hülle kann Silikon in den Körper gelangen. Zunächst wird das Silikon abtransportiert und gelangt dann über die Lymphe in die Lymphknoten der Achselhöhle. Von da  kann es weiter in die inneren Organe gelangen (seltenst). Das vorliegende Industrie Silikon verursacht zusätzlich starke Entzündungen und Reizergüsse. Anhand bisheriger Untersuchungen konnte ein gesteigertes Krebsrisiko oder eine Veränderung in der Genetik nicht nachgewiesen werden.

5. Merke ich, wenn ein Implantat reißt?

Zunächst einmal bleibt ein Riss der Hülle unbemerkt oder es können sich unspezifische Veränderungen einstellen, d.h. die Brust fühlt sich anders an, die Brust wird härter oder verformter. Nach einem Unfall oder heftigen Schlag auf die Brust sollten Sie ohnehin Ihren Arzt aufsuchen, damit dieser entscheidet, ob ein Ultraschall oder gar eine Kernspinuntersuchung angebracht ist. Nach Unfällen ist natürlich das Risiko, einen Riss in der Hülle zu haben, insbesondere bei älteren Implantaten größer. Vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle sollten grundsätzlich ein Alarmsignal sein und zum Arzt führen. Sie können Ausdruck aus bereits abtransportierten Silikongel sein.

6. Was sollte ich tun, wenn ich ein PIP-Implantat trage?

Auf jeden Fall zeitnah zu dem Chirurgen gehen, der die Implantate damals eingesetzt hat.  Wir folgen grundsätzlich den Empfehlungen des Weltverbandes ISAPS sowie den Empfehlungen der französischen Behörden den betroffenen Patienten zu einer Entfernung der Implantate aus vorsorglicher Hinsicht zu raten, auch wenn keine Symptome für ein defektes Kissen vorliegen.

Aufgrund der Anfrageflut haben wir Spezialsprechstunden eingerichtet.

Natürlich können Sie sich nach Beratung mit uns auch gegen eine Operation entscheiden und regelmäßig zu Kontrollen kommen. Wir würden Ihnen dann halbjährlichen Ultraschalluntersuchungen oder Kernspinuntersuchungen empfehlen. Diese können Hinweise auf eventuellen Silikonaustritt geben, sind jedoch nicht hundertprozentig zuverlässig und nicht selten mit falsch negativen Ergebnissen behaftet.

7. Übernimmt meine Krankenkasse die OP-Kosten?

Wenn die Implantate aus medizinischer Indikation, beispielsweise nach einer Krebsoperation oder Fehlbildung auf Kosten der Krankenkasse eingebracht worden sind, übernimmt in der Regel die Krankenkasse die kompletten Kosten für einen Austausch.

Nur bei kosmetischer Indikation ist die Situation anders. Hier übernimmt die Krankenkasse bei nachgewiesenem Riss oder Bruch des Implantates, oder anderen Gründen der medizinischen Notwendigkeit, die Kosten der Explantation, jedoch nicht eines Wiederaufbaus. Her Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen hat bisher in einem Interview die Behandlung bei medizinischer Notwendigkeit zugesagt, allerdings auch angekündigt, hier die Patienten entsprechend SGB V § 52 (2) in die Pflicht zu nehmen.  Was bedeuten kann, dass trotz Kostenzusage eine Beteiligung in der Regel bis 50 % an den entstandenen Kosten der Implantatentfernung nachträglich verlangt werden kann.

Vorsorglicher Entfernungen, zu denen wir und die Fachverbände raten, sind derzeit da her nicht Bestandteile der Leistungspflichten der gesetzlichen Krankenkassen.

Daher bieten wir den betroffenen Patientinnen in Zusammenarbeit mit der Firma MenkeMed, München, die Möglichkeit, ihre PIP bzw. Rofil-Implantate vorsorglich austauschen zu lassen, bevor diese durch Risse und ein Austreten des minderwertigen Industriesilikons die Gesundheit  in Gefahr bringen könnten. Genauso wichtig wie die Entfernung der PIP-Implantate ist aber auch der ästhetische Wiederaufbau der Brust für die betroffenen Patientinnen.

Darüber hinaus haben wir folgendes Leistungspaket als ein Hilfsprogramm geplant für  Patientinnen, die keinen Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse stellen wollen, anbieten.

–           komplette Diagnostik und Beratungsgespräch mit unseren Ärzten

–           Vollnarkose

–           operative Entfernung der PIP/Rofil-Implantate sowie des eventuell ausgelaufenen Silikons

–           anschließender Wiederaufbau der Brust mit Eurosilicone-Implantaten

–           komplette medizinische Nachsorge

–           inkl. einer Übernachtung in der Klinik

Die geplanten Kosten für das Gesamtpaket belaufen sich bei normaler Indikation auf etwa 2.800 bis 3.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer für die Patientinnen.

Die Preise variieren je nachdem, ob die Patientin runde oder anatomische Implantate benötig.

Dieses Angebot ist nur möglich, da die Firma MenkeMed uns die Eurosilicon-implantate zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellt und wir kein privat ärztliches Honorar in Rechnung stellen.

Wenden Sie sich diesbezüglich bitte an unser Sekretariat unter 02236 / 77 387 oder auch per E-Mail an pl.chirurgie@krankenhaus-wesseling.de, da die Telefonleitungen derzeit überlastet sind.

Selbstverständlich helfen wir Ihnen auch gerne bei der Antragstellung zur Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse

8. Was ist mit Implantaten von anderen Herstellern?

Die Wahrscheinlichkeit, dass moderne Implantate einen Riss bekommen liegt bei unter einem Prozent. Dies wissen wir aus vielen Statistiken und Studien. Im vorliegenden Fall wurde in betrügerischer Absicht nicht zugelassenes Bau Silikon verwendet, auf welches der Körper mit Entzündungen reagiert und daher die Hülle auf weicht. Es muss ausdrücklich betont werden, dass andere französische Hersteller, wie zum Beispiel Eurosilicone, hiervon in keinster Weise betroffen sind.

9. Wie kann der Arzt feststellen, ob ein Riss vorliegt, oder Silikon schon ausgetreten ist?

Mit modernen Ultraschallgeräten oder der Kernspin Untersuchung lassen sich einige Anhaltspunkte in Zusammenhang mit der ärztlichen Untersuchung sammeln. Leider sind die Aussagen nicht selten falsch negativ, d.h., dass das ausgelaufene Silikon trotz dieser Untersuchungen nicht festgestellt wird.

Auch aus diesem Grunde haben wir uns im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für ästhetische und plastische Chirurgie (ISAPS) entschieden, für eine Explantation auch ohne klinische Kriterien zu plädieren.

10. Wenn ich meine Implantate entfernen lasse, können dann andere Implantate eingesetzt werden?

Sind die Implantate intakt, ist es grundsätzlich möglich, sie während des gleichen Eingriffs zu ersetzen. Bei Komplikationen wegen des Zustands des Implantats kann es sein, dass der Eingriff komplizierter als das ursprüngliche Einsetzen verläuft und dass das Wiedereinsetzen von Implantaten in derselben Operation nicht möglich oder gar unmöglich ist. Diese Wahrscheinlichkeit ist jedoch als sehr gering einzustufen.

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