Plastische Wesseling

Beitrag der Kölner Rundschau

Kölner Rundschau – Erstellt 14.01.12, 07:00h

Aus ganz Deutschland waren am Donnerstag Patientinnen zu einer Sondersprechstunde ins Dreifaltigkeits-Krankenhaus nach Wesseling gekommen. Sie alle wollten Gewissheit darüber, dass ihnen keines der verseuchten Implantate eingesetzt wurde.
BRÜHL/WESSELING – Aus ganz Deutschland waren am Donnerstag Patientinnen zu einer Sondersprechstunde ins Dreifaltigkeits-Krankenhaus nach Wesseling gekommen. „Angemeldet hatten sich zunächst 25 Frauen letztlich waren jedoch 35 Patientinnen gekommen, die hier bisher noch nicht operiert wurden“, so Dr. Dirk Richter, Chefarzt der plastischen Chirurgie gestern.
Er und der Geschäftsführer der Klinik, Professor Dr. Johannes Güsgen, machten die durch Industriesilikon verseuchten Brustimplantate noch einmal zum Thema, denn auch wenn laut Dr. Richter in Wesseling keines der verseuchten Implantate eingesetzt wurde, so ist die Verunsicherung der Patienten extrem groß. „Uns geht es jetzt auch darum, die Patientinnen, die in irgendeiner Weise betroffen sind, zu beruhigen und zu informieren“, so Güsgen.
Zudem versicherte er, dass im Dreifaltigkeits-Krankenhaus auch all jenen Patientinnen geholfen wird, die kein Brustimplantat in Wesseling eingesetzt bekamen. Deswegen werde überlegt, samstags eine weitere Sprechstunde einzurichten.
Alle Patienten die am Donnerstag vorgesprochen haben, hätten nun einen Operationstermin. Richter weiß, dass viele der Billigimplantate in den Osten geliefert und dort bei kosmetischen Operationen eingesetzt wurden. In dieser Woche wurdenvier Patientinnen operiert, bei denen das Implantat bereits rissig war. Richter rechnet mit rund 30 zusätzlichen Operationen im Monat.
Im Brühler Marienhospital werden im Rahmen von Krebsbehandlungen auch Brustimplantate verwendet. „Nach meinem Kenntnisstand sind aber keine Implantate von der in die Kritik geratenen französischen Firma verwendet worden“, erklärt Geschäftsführer Stephen Ziegler. (mkl/wki)

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