Plastische Wesseling

Ansturm auf Wesselinger Krankenhaus

© Martin Büdenbender

Der Skandal um Billig-Brustimplantate beschert dem Wesselinger Dreifaltigkeits-Krankenhaus viele Operationsanfragen. Viele betroffene Frauen wollen sich hier die Implantate entfernen lassen.

Laut Klinik haben die Frauen die Implantate zwar nicht in Wesseling eingesetzt bekommen, griffen aber beim Entfernen der Silikonkissen gerne auf die Fachkenntnisse der Wesselinger Ärzte zurück. Dieser Ansturm stelle sein Team vor große organisatorische Schwierigkeiten, so Chefarzt Dr. Dirk Richter. So müssten viele nicht-dringend notwendige Operationen verschoben werden, um Kapazitäten für die Patientinnen mit geplatzten Brust-Implantaten zu schaffen.

Zuletzt hatte es Wirbel um das Dreifaltigkeits-Krankenhaus gegeben, weil auch hier jahrelang Implantate des Herstellers verwendet wurden – inzwischen gibt es aber Entwarnung. Nach Angaben der Klinik wurde der Anbieter deutlich vor dem kritischen Zeitpunkt gewechselt.

Das Krankenhaus hat demnach die letzte Lieferung des Herstellers 1999 erhalten. Das sei zwei Jahre, bevor die als gefährlich eingestuften Implantate auf den Markt gekommen seien. Vor diesem Hintergrund schließt der zuständige Chefarzt aus, dass ehemalige Patientinnen des Dreifaltigkeits-Krankenhauses betroffen sind.

Sollte sich der Skandal allerdings ausweiten und herauskommen, dass der Hersteller aus Frankreich schon länger gepanscht hat, könnte sich die Situation ändern. Denn das Dreifaltigkeits-Krankenhaus hat die Implantate rund zehn Jahre lang verwendet.

Viele andere Krankenhäuser in der Region haben bereits Entwarnung gegeben: weder im Sankt Katharinen Hospital in Frechen, noch im Maria Hilf Krankenhaus in Bergheim, noch in den drei großen Kölner Brustzentren wurden die Implantate verwendet.

– Nachricht vom 13.01.2012, HHe – Radio Erft

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