Plastische Wesseling

Kapselfibrose

Was ist eine Kapselfibrose?

Bei einer Kapselfibrose handelt es sich um eine Ausbildung einer harten bindegewebsartigen Kapsel (Narbengewebe), welche das Brustimplantat nach einer Brustvergrößerung umschließt. Diese tritt in den meisten Fällen im ersten Jahr nach der Operation auf, kann jedoch auch nach 10 Jahren noch entstehen. Durch das Einbringen von Fremdkörpern (hier Brustimplantate) bildet der Körper eine Umhüllung um die Brustimplantate und „kapselt“ sie so ab. Diese Kapsel ist in den meisten Fällen eine zarte und elastische Haut, die bei den Patienten keine Probleme bereitet. Dieser Vorgang ist ganz normal und findet bei jeder Patientin statt. In ca. 3-5% der Fälle kann diese Kapsel Beschwerden auslösen, da die bindegewebige Haut hart und dicker wird und sich zusammenziehen kann. Wir sprechen dann von einer höhergradigen Kapselfibrose.

Die Ursache für die Bildung einer Kapselfibrose ist nicht sicher bekannt. Man nimmt an, daß durch Reize, z.B. eine Entzündungsrektion, es zur Ausbildung einer dickeren und somit stabilerenbildaug21 Bindegewebsschicht kommt. Auch nach anderen Kompliaktionen wie Nachblutungen oder nach einer Bestrahlung bei Brustrekonstruktion mit einem Implantat tritt eine Kapselfibrose gehäuft auf. Sicher vermeiden lässt sich somit eine Fibrose nicht, da es sich um eine innere Vernarbung handelt.

Wie äußert sich eine Kapselfibrose?

Sypmtome einer Kapselfibrose können Schmerzen und eine Verformung der Brust sein. Die Kapselfibrose wird in vier Stadien ( nach Baker) eingeteilt: 

Kapselfibrose Baker I: eine leichte Verhärtung der Kapsel ist tastbar. Eventuell ist die Kapselfibrose im Ultraschall erkennbar. Dies ist ein Normalbefund.

Kapselfibrose Baker II: die Verhärtung ist etwas stärker, die betroffene Brust kann hierdurch spannen und schmerzen.

Kapselfibrose Baker III: die Kapsel ist verhärtet und es zeigt sich eine beginnende Verformung der Brustimplantate, hier kann es zu stärkeren Schmerzen kommen

Kapselfibrose Baker IV: das Bindegewebe um die Brustimplantate ist stark geschrumpft und fest, daß das Implantat zusammengedrückt wird und die Brust deformiert wird, es kann zu starken Schmerzen kommen

Bei der schwersten Form (Grad IV) kann das Bindegewebe so weit schrumpfen, daß die Brustimplantate verformt werden und eine unnatürliche Form annehmen („Tennisballphänomen“). Im Extremfall kann die zu enge Kapsel eine Ruptur (Platzen) des Brustimplantates auslösen.

Welche Therapieformen gibt es?

Bei der Behandlung einer Kapselfibrose ab dem Stadium III tendiert man heute zur operativen Schlitzung (Kapsulotomie) der Kapsel. Bei einer sehr stark ausgeprägten Kapselfibrose hilft meistens nur das Entfernen (Kapsulektomie) der Kapselfibrose zusammen mit einem Austausch der Brustimplantate.

Zur Vermeidung eines Rezidives der Kapselfibrose werden neuartigere Implantatarten verwendet, die durch ihre texturierte (aufgeraute) Oberflächenstruktur besser in das umliegende Gewebe einwachsen und weniger Fremdkörpersignale an den Körper senden. Wir informieren Sie gerne über die neuartigen Implantate.

Durch eine Implantatverlagerung unter den Brustmuskel und kleinere Brustimplantate ist eine bessere Bedeckung der Brustimplantate gewährleistet. Das erneute auftreten einer Kapselfibrose kann eventuell durch diese Maßnahmen vermieden werden.
Das Brustimplantat erhält wieder mehr Platz und zeigt wieder eine natürlichere Form.

Früher durchgeführte Kapselsprengungen durch manuellen Druck von außen werden nicht mehr empfohlen, da ein Wiederauftreten häufig ist und das Implantat beschädigt werden kann.

Wie hoch ist das Risiko eines Rezidivs?

Die Rezidivrate (Wiederauftreten) der Kapselfibrose bei einer Kapsulotomie ist leider nicht gering. Wenn eine erneute Kapselfibrose trotz  mehrfachem Austausch der Brustimplantate auftritt, sollte man sich Gedanken über die Entfernung der  Brustimplantate machen. In diesem Fall kann eine Straffung und Umformung des restlichen Brustgewebes erforderlich werden, so dass zwar eine kleinere Brust aber mit besserer Form entsteht. Oder es besteht die Möglichkeit mit Eigengewebe vom Rücken oder Bauch die Brust wieder aufzubauen. Dies sind jedoch sehr aufwendige Operationen, die mit neuen Narben verbunden sind. Wir informieren Sie  auch gerne hierüber.

Eine Garantie, dass keine erneute Kapselfibrose auftritt, kann und wird Ihnen kein seriöser Operateur geben. Nur ohne Brustimplantate sind Sie vor einer Kapselfibrose sicher.

Erkennen einer Kapselfibrose:

Es sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um das Entstehen einer Kapselfibrose frühzeitig zu erkennen. Veränderungen der Brust wie eine Verkleinerung, Verhärtung oder Unregelmäßigkeiten könne Hinweise auf eine Kapselfibrose sein. Eine Nachuntersuchung nach einer Brustvergrößerung erfolgt in der Regel nach einem Monat, sechs Monaten und einem Jahr, und daraufhin in jährlichen Abständen.

Verbesserte Implantate und moderne Operationsmethoden haben bereits dazu geführt, dass dieses Risiko in den letzten Jahren auf unter 5 Prozent gesunken ist.

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