Plastische Wesseling

Zusammenfassung

Bei Ihnen ist eine Endokrine Ophthalmopatie festgestellt worden. Häufig sind neben den erheblichen psychologischen Problemen auch starke körperliche Beschwerden vorhanden. Diese können sein: Druckgefühl, Kopfschmerzen, Migräne, Doppelbilder, Tränenträufeln, Lichtscheu, Erhöhung des Augeninnendrucks, Zurückweichen der Ober- und Unterlider, Fremdkörpergefühl, unvollständiger Lidschluss nachts, Verminderung der Sehkraft. Die meisten dieser Symptome werden dadurch verursacht, dass in dem Fettgewebe um und hinter dem Auge Schilddrüsenantikörper eingelagert werden. Hierdurch wird das Fettgewebe  größer und benötigt mehr Platz. Da um das Auge herum sonst nur Knochengewebe ist, kann das Auge durch den erhöhten Druck nur nach vorne  ausweichen und es kommt zum so genannten Exophtalmus mit den oben genannten Beschwerden.
Hier kann eine Transpalpeprale Dekompression, das heißt eine milde Fettgewebsentfernung um das Auge herum, helfen.

Wie wird das gemacht?
Über einen Schnitt in der Oberlidfalte und einen Schritt dicht unter den Wimpern am Unterlid wird unter mikroskopischen Bedingungen das Fettgewebe aufgesucht. Es ist durch Muskeln und durch Bindegewebsstrukturen getrennt. Unter sorgfältiger Schonung der umliegenden kleinen Muskeln und Nerven wird das überschüssige Fettgewebe entfernt. Hierdurch entsteht in der Augenhöhle wieder Platz und der Augapfel kann in den nächsten Wochen wieder in seine ursprüngliche Position zurückgleiten. Wichtig ist hierbei, dass  genügend Fett entfernt wird aber auch noch genügend Fett für die Beweglichkeit des Augapfels erhalten bleibt. Wieviel Fett wir bei Ihnen entfernen müssen, hängt im wesentlichen von Ihren Hertel-Werten und der eventuellen Vorbehandlung ab. Falls Ihre Lid-Muskulatur bereits durch die Endokrine Ophthalmopatie verkürzt ist , kann es sinnvoll und erforderlich sein, die Lidheber in der gleichen Sitzung zu verlängern. Dies geschieht durch Einkerbung in den seitlichen Anteilen. In den allermeisten Fällen ist jedoch mit weiteren Korrektureingriffen an den Lidern zu rechnen, da der Augapfel in den nächsten Monaten auf seinem Weg zurück in die normale Position die ausgeleierten Lider mitnimmt. Dies kann dazu führen, dass die Lidspalte größer als früher wirkt.

Welche Ergebnisse kann man erwarten?
Wichtig ist, dass man weiß, dass das entfernte Fettgewebe nicht mehr nachwächst. In der Regel bessern sich die beklagten Symptome relativ schnell nach der Operation. Schwellungen verschwinden schnell, da das Fettgewebe hierfür verantwortlich war. Auch das Druckgefühl mit der sekundären Glaukombildung ist zusammen mit dem Fremdkörpergefühl meist völlig verschwunden. Die Lichtempfindlichkeit lässt sich am schlechtesten beeinflussen, wird jedoch meist besser. Insbesondere jedoch der optische Aspekt ist durch das Zurückgleiten der Augen und die durchgeführten Lidkorrekturen am eindrucksvollsten.

Anästhesieform und Klinikaufenthalt
Die Operationen werden grundsätzlich unter stationären Bedingungen und in Narkose durchgeführt. In den allermeisten Fällen wird zunächst das betroffenere Auge zuerst operiert und etwa sechs Tage später das zweite Auge. Der durchschnittliche Klinikaufenthalt beträgt somit 10 bis 14 Tage. Zur Krankenhausentlassung sollten Sie sich abholen lassen, da Sie aus juristischen Gründen noch nicht selber Autofahren können.

Wie kann ich mich vorbereiten?
Wichtig ist, dass Ihre Schilddrüsen Situation euthyreot, das heißt ausgeglichen ist. Auch sollten Ihre TRAK-Werte möglichst wieder im Normalbereich sein. Auf den anzufertigenden MRT Aufnahmen sollten möglichst keine aktive Entzündungszeichen mehr zu erkennen sein. Für die Dauer von 14 Tagen vor der Operation sollten Sie keine Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, zum Beispiel Aspirin, Godamed, ASS oder Thomapyrin einnehmen, da diese die Blutgerinnung verzögern. Paracetamol oder Novalminsulfonsind dagegen unbedenklich und beeinflussen die Blutgerinnung nicht. Falls Sie Raucher sind, nehmen Sie die Operation zum Anlass gänzlich mit dem Rauchen aufzuhören. Es ist Gift für Ihre Augen!

Wie verläuft die Operation?
Grundsätzlich erfolgen die Operationen in Narkose, das heißt Sie dürfen sechs Stunden vorher nicht mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken. Nachdem Sie Ihre Beruhigungstablette etwa eine halbe Stunde vor der Operation bekommen haben, werden Sie in den OP gebracht. Von der Narkoseeinleitung und der Operation selbst merken Sie überhaupt nichts. Insgesamt rechnen wir etwa eine Stunde für den Eingriff ein. Das operierte Auge wird mit einem kleinen Faden für etwa fünf Tage verschlossen gehalten, so dass Sie einen natürlichen Schutzverband haben und das Auge einen milden Druck nach hinten erhält. Nach der Operation sollten Sie  das Auge kühlen. Hierzu werden Ihnen bereits im Aufwachraum entsprechende Anleitungen und Kühlelemente gegeben. Wenn Sie wieder richtig wach sind, werden Sie auf die Station in Ihr Zimmer gebracht.

Welche Risiken sind zu beachten?
Leiden Sie unter Allergien, wie z. B. gegen Medikamente oder Pflegemittel, oder anderen Krankheiten, so müssen Sie uns diese in jedem Fall mitteilen. Informieren Sie uns auch, wenn Sie Kontaktlinsen tragen.  Sie sollten dann eine Brille zur Operation mitbringen, da Sie die Kontaktlinsen einige Zeit nicht werden tragen können. 
Neigen Sie zu auffälligen blauen Flecken oder haben Sie anhaltende Blutungen nach Bagatellverletzungen, so sollte eine Gerinnungsstörung vor der Operation durch eine geeignete Untersuchung ausgeschlossen werden.

Welche Komplikationen können entstehen?
Nachblutungen sind äußerst selten, können jedoch 1 bis 2 Tage nach der Operation auftreten. Hierbei wäre ein schnelles Eingreifen erforderlich, um Schäden, die sogar in extrem seltenen Fällen zum Verlust der Sehfähigkeit führen könnten, zu vermeiden. 
Bei Patienten mit einer Veranlagung zu überschießender Narbenbildung sind die Schnittlinien eventuell für mehrere Wochen etwas derb und gerötet. In diesem Fall beraten wir Sie über die geeignete Nachbehandlung. 
Eine leichte Trockenheit der Augen nach der Operation ist normal. Sollten Ihre Augen aber stärker gereizt oder gerötet sein, so konsultieren Sie am besten Ihren Augenarzt. 
Dadurch, dass das Auge eine neue Position in der Augenhöhle findet, können vorübergehend aber auch bleibend Doppelbilder entstehen. Hierfür gibt es jedoch gute Behandlungsmöglichkeiten.
Sehr selten sind Taubheitsgefühl im Bereich der Stirn oder Unterlider, diese erholen sich jedoch oftmals schnell.

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Stellen Sie sich darauf ein, 1 bis 2 Tage lang Ihr operiertes Auge mit feuchten Kompressen und Kühlelementen zu bedecken. Sie sollten in den ersten Tagen etwa fünf bis sechs Mal für circa 20 Minuten Ihre Augen kühlen. Wichtig hierbei ist, dass Sie immer eine feuchte Kompresse auf die Wunde bringen,  bevor sie die Kühlelemente auflegen. So klingen die Schwellungen schneller ab. Pausenloses Kühlen ist gefährlich, und kann zu Erfrierungen und zu stärkeren Schwellungen führen. Unser Pflegepersonal hilft Ihnen gerne hier bei. Es ist ratsam die ersten Tage mit erhöhtem Kopfende zu schlafen, damit so Schwellungen leichter abfliessen können. In manchen Fällen empfiehlt sich bereits kurz nach der Operation eine Lymphdrainagebehandlung, die in der Regel von Physiotherapeuten oder Kosmetikerinnen angeboten werden.  Medikamente zum Abschwellen und gegen Schwellungen und Schmerzen erhalten Sie von uns. Wir verordnen Ihnen gerne ein Rezept für die Zeit nach Ihrer Entlassung.
Die Intrakutanfäden werden  in der Regel am 5. Tag nach der Operation in der Klinik gezogen und die Wunde kontrolliert.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kann es sinnvoll sein, eine Routinekontrolle durch Ihren Augenarzt durchführen zu lassen. Auch die Schilddrüsenwerte sollten erneut kontrolliert werden.
Sollten Doppelbilder aufgetreten seien, empfiehlt sich mit sehschulischen Maßnahmen anzufangen. In der Regel werden diese durch Ihren Augenarzt eingeleitet und verordnet.
Ein Kontrolltermine bei uns ist etwa nach drei Monaten vorgesehen. Hierbei kontrollieren wir das Operationsergebnis und besprechen mit ihnen, ob weitere Korrekturen an den Lidern erforderlich sind. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Lidschluss noch nicht komplett ist, das heißt die Augen nachts geöffnet sind und morgens etwas brennen.
Wichtig ist, dass Sie sich auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein paar Tage Schonung gönnen. Sie müssen nicht liegen, aber sollten Ihren Blutdruck nicht allzu sehr belasten. Sport in den ersten vier Wochen ist nicht erlaubt. Sauna und Solarium sollten frühestens nach sechs Wochen eingeplant werden. Das direkte ferne Verreisen nach der Entlassung ist nicht ideal, da im Falle von Komplikationen nicht schnell genug gehandelt werden kann.
Kontrolltermine bei uns werden in der Regel nach drei Monaten und einem Jahr vereinbart.

Wenn Sie noch Fragen haben:
Fragen Sie uns!

Plastische Chirurgie Wesseling
02236 – 77 387
Pl.chirurgie@Krankenhaus-Wesseling.de

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