Plastische Wesseling

Die Operation

Was ist vor der Operation zu beachten?

Auch wenn das Lipödem nicht gleichzusetzen ist mit der Adipositas, sind etwa 50% der Lipödem-Patientinnen übergewichtig. Sowohl für das operative Ergebnis, als auch zur Minimierung der Risiken ist es von enormer Wichtigkeit, das Gewicht zu reduzieren.

Weiterhin sollten im Vorfeld etwaige Gefäßerkrankungen an den Beinen ausgeschlossen werden (phlebologische Untersuchung). Es ist dringend zu empfehlen, nach der Feststellung der Diagnose mit der konservativen Therapie zu beginnen, um die Beschwerden zu reduzieren.

Bei Ihrer Erstvorstellung werden wir Sie ausführlich über den geplanten Eingriff, dessen Risiken und mögliche Komplikationen aufklären. Hierbei können alle Ihre Fragen beantwortet werden.

Wir empfehlen Ihnen, zum Operationstermin die zuvor maßangefertigte Kompressionswäsche mitzubringen.

 

 

Was passiert eigentlich bei der Operation?

Die Liposuktion wird in unserer Klinik in Vollnarkose durchgeführt. Zunächst einmal werden die  abzusaugenden Areale an der wachen Patientin markiert. Dann wird die sogenannte Tumeszenzlösung mittels einer kleinen Kanüle über Minihautschnitte in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Durch diese Methode werden die Fettzellen aus ihrem kräftigen Bindegewebsverband gelöst, so dass ein leichteres Absaugen möglich ist. Anschließend werden über den gleichen Hautschnitt die Fettzellen in vertikaler Richtung durch eine vibrierende und stumpfe Kanüle abgesaugt. Durch die Methode erreichen wir eine schonendere Entfernung des Fettgewebes, so dass umliegende Strukturen nicht oder nur minimal verletzt werden und es weniger zu postoperativen Blutergüssen, Schwellung und Schmerzen kommt.

 

 

Welche Risiken birgt die Operation?

Es ist wichtig zu wissen, dass die im Folgenden genannten Risiken und Komplikationen sehr selten auftreten. Es gibt allgemeine operationsbedingte Risiken wie Wundinfektionen, Blutungen, Schmerzen oder Kreislaufreaktionen. Spezifische Komplikationen können Thrombosen, Blutergüsse, Dellenbildungen, narbige Hauteinziehungen oder kosmetische Verschlechterung sein.

 

 

Was ist nach der Operation zu beachten?

Die Stichkanäle werden offen gelassen, um sowohl ein Ablaufen der Tumeszenzlösung zu ermöglichen als auch einen antibakteriellen Effekt zu erzielen. Das Ablaufen dauert etwa 24 Stunden, so dass in diesem Zeitraum die Verbände mehrmals am Tag gewechselt werden müssen. Weiterhin sollte sofort mit der konservativen Therapie begonnen werden, um die Beine bzw. Arme von Ödemen zu befreien. Diese muss in der Regel nur noch einige Wochen durchgeführt werden, da die Patientinnen dann deutlich weniger Beschwerden haben.

 

Nach dem Krankenhausaufenthalt, der ca. 3-4 Tage beträgt, muss mit der Thromboseprophylaxe (durch Spritzen in den Bauch) für eine weitere Woche fortgefahren werden, um das Thromboserisiko zu minimieren. Hierbei helfen auch viel Bewegung wie z.B. Gehen oder Walken.

 

In der Regel können Sie nach 1-2 Wochen wieder arbeiten. Wichtig ist dennoch, dass Sie einen ausreichend langen Zeitraum nach der Operation einplanen, in dem Sie starke körperliche Beanspruchung in Beruf und Freizeit meiden.

 

Nach ca. drei Monaten wird dann der nächste Eingriff durchgeführt.

 

 

Welches operative Ergebnis kann ich erwarten?

Es handelt sich bei dieser Art der Liposuktion nicht um eine kosmetische Absaugung. Das Ziel dieses Eingriffes ist die Reduzierung der Schmerzen und Ödeme. Da die meisten Patientinnen sich erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung vorstellen, sind das Bindegewebe und die Hautbeschaffenheit gekennzeichnet durch Verlust an Elastizität und Cellulite. Durch die Wegnahme an Volumen wird die Haut oftmals unebener und möglicherweise schlaffer. Auf der anderen Seite kann die Absaugung aber auch ein Zusammenziehen der Haut und somit eine Verbesserung des Hautbildes herbeiführen, deren Qualität man durch Bewegung und Kompressionstherapie verbessern kann.

 

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