Plastische Wesseling

Gynäkomastie

Gynäkomastie

Gynäkomastie

Bei vielen Männern ist die Brustdrüse so vergrößert, dass sie dem Aussehen einer weiblichen Brust ähnelt. In diesem Fall spricht man von einer Gynäkomastie. Die möglichen Ursachen liegen in Störungen des Hormonhaushalts, Fetteinlagerungen oder in einer ungesunden Lebensführung. Die Verweiblichung der Brust wird von den betroffenen Männern in den meisten Fällen als sehr unangenehm empfunden und kann zu psychologischen Störungen führen. Bildet sich die Brustdrüse trotz Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung nicht zurück, ist die operative Reduktion oder Entfernung des Brustdrüsengewebes eine Möglichkeit zur Korrektur.
Anästhesieform und Klinikaufenthalt
Das Ausmaß der Gynäkomastie entscheidet über die ambulante oder stationäre Durchführung der Brustkorrektur. Bei letzterer schließt sich an die Operation ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen an. Die Operation dauert in der Regel eine bis eineinhalb Stunden. Vor der Operation untersucht ein Narkosearzt die individuelle Narkosefähigkeit, sofern die Brustkorrektur aufgrund der Größe des Eingriffs in Vollnarkose vorgenommen wird. Bei kleineren Korrekturen ist alternativ eine örtliche Betäubung über regional eingespritzte Betäubungsmittel möglich. Häufig wird ein zusätzliches Beruhigungsmittel verabreicht.

 

Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
Bei gravierendem Übergewicht sollte vor der Operation eine Gewichtsreduktion mittels Sport und Ernährungsumstellung erfolgen. Ist die Gynäkomastie durch Alkohol-, Cannabis- oder Anabolika-Konsum entstanden, ist ebenfalls vorab eine Verhaltensveränderung ratsam. Abhängig von Ihrem Alter und dem gesundheitlichen Zustand kann es sein, dass wir Ihnen  vor der Operation weitere Untersuchungen empfehlen. Je nach Befund kann auch eine Mammographie notwendig sein.
Vor einem planbaren operativen Eingriff sollten Sie in möglichst guter gesamtgesundheitlicher Verfassung sein. Während der Tage unmittelbar vor der Operation und etwa eine Woche danach sollten Sie sich möglichst von allen beruflichen und privaten Pflichten befreien. Bitte schränken Sie auch den Alkohol und Nikotinkonsum auf ein Minimum ein. Rauchen verschlechtert nachweislich die Durchblutung des operierten Gebietes. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, das Rauchen mindestens zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Operation zu vermeiden. Die Einnahme von Aspirin oder anderen acetylsalizylsäurehaltigen Medikamenten kann das Blutungsrisiko erhöhen. Deshalb sollten Sie 10 Tage vor der Operation damit aufhören und Ihren Arzt darüber informieren.
Es ist ratsam, sich auch in den Tagen unmittelbar vor der Operation nicht allzu viel vorzunehmen, um diese seelisch und körperlich ausgeruht angehen zu können. Falls Sie in der Zeit vor der Operation noch Fragen und Zweifel haben, rufen Sie bitte Ihren Operateur an.

 

Wie verläuft die Operation?
Über kleine Hautschnitte am Rand oder quer durch die Brustwarze wird überschüssiges Brustdrüsengewebe entfernt. In den meisten  Fällen wird zur optimalen Konturierung der Brust die Brustkorrektur mit einer Fettabsaugung kombiniert. Oftmals reicht auch nur die Absaugung aus, um die fettigen Anteile und große Anteile der Drüse zu entfernen. Hier entfallen dann die Schnitte an der Brustwarze und es sind nur 2-3 mm kleine Stiche erforderlich. Die dazu benötigte Kanüle kann über die bereits bestehenden Einschnitte oder über kleine Schnitte im Bereich der Unterbrustfalte oder Achselhöhle eingeführt werden. Üblicherweise erfolgt im ersten Schritt die Fettabsaugung, bei der unter Bewegung der Kanüle das Fettgewebe gelöst und abgesaugt wird. Im zweiten Schritt wird der Restbrustdrüsenkörper entfernt.
Zum Abschluss werden eventuell Drainagen zum Ablauf von Blut und Wundsekret eingelegt.
Bei sehr ausgeprägter Gynäkomastie kann ein Hautüberschuss verbleiben, der entfernt werden muss.

 

Was passiert nach der Operation?
Unmittelbar nach der Operation wird dem Patienten ein Verband angelegt, um Blutergüsse und Schwellungen zu mildern. Es wird empfohlen, diesen kontinuierlich in den ersten ein bis zwei Wochen nach der Operation zu tragen und nachts einen elastischen Verband anzulegen. Die Drainagen werden innerhalb der ersten Tage entfernt, die Hautfäden nach sieben bis zehn Tagen. Die nächsten drei bis vier Wochen sollten sportliche Aktivitäten gemieden werden. Auch in der Folgezeit ist Sport, bei welchem die Brust verletzt werden kann, nur nach ärztlicher Absprache erlaubt.
Welche Komplikationen können entstehen?
Insgesamt gesehen ist eine Brustkorrektur bei Gynäkomastie bei qualifizierten Ärzten eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit. 
Wie bei jeder Operation können nach einer Brustkorrektur Blutergüsse und Schwellungen auftreten. In Einzelfällen kann es zu unschöner Narbenbildung, Farbveränderungen des operierten Hautbereichs, Reliefverformungen der Brust oder Verziehungen der Brustwarze kommen. Diese Veränderungen können jedoch durch Korrekturoperationen ausgeglichen werden.

 

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Regelmäßige Kontrollen beim Chirurgen sind empfohlen, um eventuelle Komplikationen frühzeitig aufzudecken und zu behandeln. Tritt eine Gynäkomastie erneut auf, kann die Korrektur eventuell wiederholt werden.

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